Internationale Tagung Österreich vom 25. bis 27. September
Internationale Tagung Österreich vom 25. bis 27. September
Drei volle Tage, mehr als 200 Teilnehmende, intensive fachliche Diskussionen und eine bemerkenswerte Aufbruchsstimmung: Die Internationale Tagung Varroaresistenz 2033 vom 25. bis 27. September 2026 in Weng im Innkreis war ein voller Erfolg. Gastgeber war die Bienenzuchtgruppe Oberösterreich Salzburg; Veranstaltungsort waren die Räumlichkeiten der Firma Hargassner, die mit ihrer modernen und großzügigen Infrastruktur einen besonderen Rahmen für die erste Arbeitstagung dieser Art in Österreich boten.
Das Programm brachte Fachleute aus Wissenschaft und Praxis sowie erfahrene Züchterinnen und Züchter aus mehreren europäischen Ländern und den USA zusammen.
Der Freitag stand ganz im Zeichen der praktischen Arbeit. In gut besuchten Workshops und Arbeitsgruppen ging es um Basiszucht, Resistenzzucht, Biotechnik, Königinnen- und Drohnenaufzucht. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit intensiv zum fachlichen Austausch und zur Diskussion konkreter Ansätze für die eigene Zucht- und Betriebsweise.
Der spannendste Moment des Freitags fand abseits des eigentlichen Vortragsprogramms statt: Vertreter der österreichischen Imkerverbände kamen gemeinsam an einen Tisch und beschlossen, dass der Weg zur Varroaresistenz künftig gemeinsam gegangen werden soll. Bestehende Stolpersteine sollen aus dem Weg geräumt, Vorurteile überwunden und Kräfte gebündelt werden. Gerade für die weitere Entwicklung in Österreich ist dieses Signal von besonderer Bedeutung.
Der Samstag wurde zu einem langen und ausgesprochen intensiven Fachtag. Giacomo Acerbi aus Italien gab Einblicke in Virenmonitoring und VSH-Zucht, Jörg Hinnerks berichtete aus der Arbeit deutscher Basiszüchter und Alois Wallner blickte auf 35 Jahre Varroatoleranzzucht mittels Basiszucht zurück. Am Nachmittag wurden österreichische Zuchtverbände und -gruppen vorgestellt, bevor James Lee aus den USA live Einblicke in die praktische Arbeit eines Großbetriebs mit VSH-Programm gab. Die Tagung brachte damit ganz unterschiedliche Erfahrungen und Zuchtansätze zusammen.
Zum Höhepunkt des Wochenendes entwickelte sich die große Diskussionsrunde am Samstagabend. Trotz eines bereits langen Veranstaltungstages blieb der Saal bis in die späten Abendstunden aufmerksam gefüllt. Die Runde war zugleich kurzweilig und fachlich außergewöhnlich tiefgehend. Unterschiedliche Erfahrungen, Positionen und Wege zur Varroaresistenz wurden offen diskutiert. Dabei zeigte sich, wie groß das Interesse an einem ehrlichen fachlichen Austausch ist: Auch zu später Stunde folgten die Zuhörerinnen und Zuhörer den Diskutanten mit großer Konzentration.
Am Sonntag setzte sich das hohe fachliche Niveau fort. Anna Perner widmete sich der Bedeutung der Drohnen in Zucht, Besamung und Belegstellenarbeit. Harald Singer stellte wissenschaftliche Erkenntnisse der Naturselektion gegenüber, und Paul Jungels berichtete über mehr als 25 Jahre VSH-Zucht und die Erfahrungen aus seinem seit Jahren behandlungsfrei geführten Betrieb. Am Nachmittag blickte Stefan Luff auf zehn Jahre VSB-Projekt des Landesverbands Buckfastimker Bayern zurück. Den fachlichen Abschluss bildete Michael Opitz von der AGES Wien mit einem Vortrag zur Biologie, aktuellen Lage, Erkennung und Meldewegen der Tropilaelapsmilbe.
Was bleibt, sind nicht nur zahlreiche fachliche Impulse, sondern auch viele persönliche Gespräche, neue Kontakte und die Erkenntnis, dass Varroaresistenz nur gemeinsam nachhaltig in die Breite getragen werden kann.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen ausgesprochen positiv aus. Das dichte Programm, die fachliche Qualität der Beiträge und insbesondere der offene Austausch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Zuchtansätzen sorgten für ein Wochenende, das vielen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Die vielleicht wichtigste Botschaft des Wochenendes geht jedoch über einzelne Vorträge und Zuchtmethoden hinaus: In Österreich ist der Wille gewachsen, bestehende Grenzen zwischen Organisationen und Zuchtrichtungen zu überwinden und gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten.
Für die erste Arbeitstagung zur Varroaresistenz in Österreich war die Veranstaltung damit ein herausragender Erfolg. Chapeau an die Bienenzuchtgruppe Oberösterreich Salzburg!
von Social Media Team