Bericht Internationale Arbeitstagung Varroaresistenz 2033 I Varroa 2033 in der Schweiz
Varroaresistenz 2033 in der Schweiz: 195 Teilnehmende aus 13 Nationen bündelten ihre Kräfte gegen varroa destructor
Vom 31. Oktober bis 2. November tauschten sich Imkerinnen und Imker, Züchterinnen und Züchter sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Plantahof in Landquart, Graubünden intensiv über Biotechnik, Resistenzzucht, Basiszucht und Bildung aus.
Am Freitagnachmittag um 14 Uhr startete die Tagung traditionell mit der Arbeit in vier Arbeitsgruppen: AG Biotechnik, AG Resistenzzucht, AG Basiszucht sowie AG Bildung und Wissenschaft. In diesen Gruppen wurde intensiv diskutiert und gearbeitet. Neben praktischen Ergebnissen in den einzelnen Bereichen zeigte sich außerdem, wie vielfältig die Erfahrungen und Wissensstände zwischen Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern sowie den langjährig aktiven Fachleuten sind. Eine wertvolle Grundlage, um künftige Arbeitstagungen noch gezielter auf die unterschiedlichen Bedürfnisse abzustimmen.
Der Samstag stand im Zeichen inspirierender Vorträge. Zu den Highlights gehörten:
- Anita Reinertsen (Norwegen) mit einem persönlichen Bericht über den Werdegang ihres Mannes und die „Reinertsen-Bienen“.
- Steve Riley (England) mit dem Vortrag „Selecting for Varroa Resistance“.
- Dr. Guillaume Misslin (Frankreich) mit tiefgehenden Einblicken in die Genetik von Bienenvölkern: „Ein besseres Verständnis der Genetik kann helfen, erfolgreicher zu züchten.“ Dieser Vortrag war insbesondere für die erfahreneren Teilnehmenden ein Höhepunkt der Tagung.
- Kirk Webster (USA) berichtete über „25 Jahre behandlungsfreie Berufsimkerei“ – ein Statement, das zahlreiche Diskussionen anregte.
Benjamin Dainat (Schweiz) mit „Ein Plan B für Varroaresistenz-Zucht am Zentrum für Bienenforschung“
Am Sonntag wurden praktische Workshops angeboten: Biotechnische Maßnahmen, Brutwaben auszählen unter dem Mikroskop, Resistenzzucht, ein spontan gebildeter Workshop zur Bildung von Zuchtgruppen, sowie Workshops zur Völkerführung in der MiniPlus und zur Basiszucht. Die Workshops wurden sehr gut angenommen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich begeistert und äußerten bereits den Wunsch nach Wiederholungen.
Ein weiterer Höhepunkt war das intensive Netzwerken bei den Abendveranstaltungen: Imkerinnen und Imker aus aller Welt tauschten sich engagiert aus, knüpften neue Kontakte und stärkten die internationale Community. Neben den Einsteigerinnen und Einsteigern waren zahlreiche erfahrene Fachleute vor Ort, deren Wissen und Motivation der Tagung den letzten Schliff verliehen haben und der Bewegung den Rücken stärken.
Diese Arbeitstagung zeigte erneut: Wenn Imkerinnen und Imker sich für ein Thema verbünden, gibt es keine Grenzen. Weder nationale, noch alters-, geschlechts- oder bienenspeziesbezogene Grenzen. Landquart hat gezeigt, was es bedeutet, wenn man gemeinsam die Ärmel hochkrempelt.
Copyright Foto: Kurt Krottendorfer
von Social Media Team